Okt 15
Langsam fühle ich mich wie der Snob in der fantastischen, von mir hoch geschätzten FedEx-Werbung von 2003:



FedEx-Werbung @ YouTube

"Hi Tom! Ich weiß, es ist Ihr erster Tag, aber wir könnten wirklich Ihre Hilfe gebrauchen."
"Geht klar."
"Danke, wir hängen gerade ein bisschen hinterher. Das hier muss alles heute noch raus."
"Tjaaaa... aber ich kümmer mich nicht um den Versand."
"Oh, nein nein nein, das ist ganz einfach. Wir nutzen fedex.com, jeder kann damit umgehen."
"Ähem, Sie verstehen nicht ganz. Ich hab ein BWL-Diplom."
"Oooh, Sie haben studiert? In dem Fall muss ich Ihnen zeigen, wie das geht."

Jetzt geht's bei mir leider nicht um sowas Triviales wie einen FedEx Paketversand. Nein, mein Waterloo hat biblische Ausmaße angenommen. Draußen sinken die Temperaturen unter den IQ von Paris Hilton, und das ist wahrlich kein Spaß! Meterdicke Eisschichten blockieren die Auffahrt, das Auto lässt sich nicht mal mehr mit Enteiserspray auf Napalm-Phosphor-Basis aus dem Griff des eisigen Winters befreien und wer zu dieser Zeit ohne antarktisgeprüften Ganzkörperüberlebensanzug vor die Tür tritt, ähnelt binnen Sekunden Han Solo nach seiner unheilvollen Begegnung mit Boba Fett. Und genau in diesem mauscheligen Szenario treffe ich auf meinen Erzfeind dramatischer Trommelwirbel, Tusch unsere Fußbodenheizungssteuerungseinheit!

Es ist zum verrückt werden. Ich versteh das Mistvieh einfach nicht. Was mich wirklich auf die Palme bringt, ist die Ironie dabei: Ich habe am Dienstag einen fünf Jahre alten Medion-Laptop mit einer frischen Windows XP Installation bestückt, dabei eine DVB-T PCMCIA-Karte samt Fernbedienung mit USB-Dongle installiert, das Ganze mit der von Medion mitglieferten CyberLink Home Cinema Software gekoppelt und nebenbei noch, ganz unfreiwillig und kostenlos im Gesamtpaket enthalten, meinen USB-Stick final gekillt. Zwei Tage später scheitere ich an Mechanik. Ventile und Leitungen. Trivial, könnte man meinen. Diabolisch, meine ich!

Und genau deshalb komme ich mir langsam wie der MBAler in der FedEx Werbung vor: Ich brauche Hilfe! Wenn jemand von euch da draußen Heizungsbauer ist, sich mit Fußbodenheizungen besonders gut auskennt oder einfach nur nicht studiert hat ;-) ... bitte, zögert nicht und gebt eure Tipps ab: per Mail an lenn ätt wunstblog punkt de, per Tweet an wunst oder hier als Kommentar. Hier die Details:

In Heizungskorruption erwähnte ich bereits, dass ein erster Erfolg zu verzeichnen war: Alle Ventile geschlossen, Temperatur frostig. Super! Daraufhin hab ich ein bisschen an den Rädern gedreht und versucht, in etwa diese Temperaturverteilung in der Wohnung herzustellen:

Schlafzimmer: kalt
Küche: lauwarm
Arbeitszimmer: lauwarm
Badezimmer: warm
Wohnzimmer: warm




Das Problem: Sechs Ventile, sieben Temperaturanzeigen, null erkennbarer Zusammenhang. Die beiden Bilder zeigen die Steuerungseinheiten (die liegen beide direkt nebeneinander, passen aber nur schlecht gemeinsam auf ein Bild). Ganz links vermute ich die Zuleitung von der zentralen Heizung im Keller. Dann folgen die Temperaturanzeigen für das Badezimmer, das Schlafzimmer und ein ominöses "Wohnen Wc" (Nein, wir haben unser Sofa nicht neben die Toilette gestellt, keine Ahnung wofür das steht. Könnte das Esszimmer sein, das direkt in das Wohnzimmer übergeht). Weiter geht's mit dem zweiten Pannel: Vorlauf (vermutlich ohne Funktion?), dann Wohnen A, Küche und Gästezimmer, das in unserem Fall das Arbeitszimmer ist. Und zum Schluss der Rücklauf in die zentrale Heizung, wie ich glaube. Okay, soweit alles klar. Die professionell in Szene gesetzten Klebezettel zeigen, wie weit das jeweilige Ventil aufgedreht ist. Um das alles mal auf einen Blick zusammenzufassen:

Vorlauf: 35°C
Badezimmer: 23°C, Ventil ganz offen
Schlafzimmer: 29°C, Ventil ganz geschlossen
Wohnen Wc: 30°C, Ventil halb offen
Wohnen A: 29°C, Ventil ganz offen
Küche: 30°C, Venil halb offen
Gästezimmer: 30°C, Ventil ganz geschlossen


Soweit, so schlecht. Denn die Temperaturanzeigen lügen schlimmer als Bill Clinton während der Lewinsky-Affäre. Das Wohnzimmer ist brütend warm, das Arbeits-/Gästezimmer fast so kalt, dass der Atem in putzig schimmernden Kristallen auf die Tastatur rieselt. Im Badezimmer ist's angenehm, im Schlafzimmer bitter kalt. Also kann man mal gar nix auf die Temperaturanzeigen geben. Vielmehr scheinen die Ventilstände absolut keinen Einfluss auf die Anzeigen zu haben, aber schon irgendwie die Zimmertemperatur zu beeinflussen. Jetzt frag ich mich natürlich: Was zum Gates messen die Temperaturanzeigen und muss ich jetzt nach Fingerspitzengefühl arbeiten und den ganzen Winter lang an den Ventilen drehen, um dann im Spätfrühling die perfekte Einstellung gefunden zu haben?!

"No, you don't understand. I have an MBA." .......

Geschrieben von Lenn

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  1. hilfert

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